Werbebudget Budget planen: So viel solltest du für Google, Meta und LinkedIn einplanen

Bevor du das erste Mal Geld in Online-Werbung steckst, kommt die Frage, die fast alle Einsteiger sich stellen: "Wie viel muss ich ausgeben?" Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Aber es gibt klare Orientierungswerte und eine Logik dahinter, die sich lernen lässt. Dieser Artikel gibt dir einen strukturierten Einstieg in die Budgetplanung für Google Ads, Meta Ads und LinkedIn Ads.

Was bestimmt dein Ads Budget?

Bevor du eine Zahl nennst, brauchst du Antworten auf drei Fragen:

1. Was soll die Kampagne erreichen?
Bekanntheit aufbauen kostet weniger als direkte Leads oder Verkäufe. Ein Klick auf eine Awareness-Anzeige ist günstig. Ein qualifizierter Lead aus einer Conversion-Kampagne ist teurer, sollte sich aber direkt rechnen.

2. Was verdienst du pro Kunde?
Wenn ein Neukunde dir durchschnittlich 500 Euro einbringt, kannst du dir leisten, bis zu einem bestimmten Betrag pro Lead zu zahlen. Ohne diese Zahl weißt du nicht, ob dein Budget sinnvoll eingesetzt ist.

3. Wie teuer ist deine Zielgruppe?
Kosten pro Klick und Kosten pro Lead variieren stark, je nach Branche, Plattform und Wettbewerb. Ein Klick auf ein B2B-Keyword auf Google kann 5 Euro kosten, ein Klick auf Meta für ein B2C-Produkt 30 Cent.

Google Ads Budget: Suchintention kaufen

Google Ads eignen sich besonders gut, wenn deine Zielgruppe aktiv nach deiner Leistung sucht. Du zahlst pro Klick (CPC), nicht pro Anzeigenimpression.

Orientierungswerte für Einsteiger:

Mindestens: ca. 300–500 Euro/Monat.
Darunter bekommst du zu wenig Daten, um Kampagnen sinnvoll zu optimieren.

Realistischer Testlauf: 500–1.500 Euro/Monat für 4–8 Wochen, um erste belastbare Zahlen zu sehen.

Was kostet ein Klick?
Das hängt vom Keyword ab. Lokale Dienstleistungen (z.B. "Handwerker Krefeld") liegen oft bei 1–4 Euro pro Klick. Stark umkämpfte B2B-Keywords können 10–20 Euro erreichen.

Wann Google Ads?
Wenn Nutzer bereits wissen, was sie brauchen, und aktiv danach suchen. Schlechte Wahl für Produkte oder Leistungen, die noch keine aktive Nachfrage haben.

Meta Ads Budget: Zielgruppen aufbauen und ansprechen

Meta (Facebook und Instagram) funktioniert anders als Google: Du unterbrichst Menschen, die gerade nicht nach deiner Leistung suchen. Das macht Meta ideal für Bekanntheit, Reichweite und Retargeting, aber schwieriger für direkte Abschlüsse.

Orientierungswerte für Einsteiger:

Mindestens: 200–400 Euro/Monat.
Meta empfiehlt intern, mit einer Kampagne mindestens 50 Conversion-Events pro Woche zu erreichen, damit der Algorithmus effektiv lernt und das erfordert oft mehr Budget als erwartet.

Was kostet ein Klick?
CPCs auf Meta liegen in Deutschland häufig zwischen 0,30 und 1,50 Euro. Lead-Kosten variieren stark: von 5 Euro für einfache E-Mail-Leads bis 80+ Euro für qualifizierte Anfragen im B2B-Bereich.

Wann Meta Ads?
Für B2C-Produkte, Dienstleistungen mit breiter Zielgruppe, Retargeting von Website-Besuchern und Bekanntheitsaufbau. Für erklärungsbedürftige B2B-Leistungen ist es eher weniger geeignet.

LinkedIn Ads Budget: Die teuerste, aber zielgenaueste B2B-Plattform

LinkedIn Ads sind die teuerste Option in diesem Vergleich und für viele Einsteiger eine Überraschung. Der Mindestbetrag pro Klick liegt bei 2 Euro, in der Praxis zahlen die meisten 5–15 Euro pro Klick.

Orientierungswerte für Einsteiger:

Mindestens: 800–1.500 Euro/Monat.
Mit weniger Budget reichen die Daten nicht aus, um Kampagnen zu bewerten. LinkedIn eignet sich kaum für kleine Budgets. Wer unter 500 Euro/Monat plant, sollte zunächst auf Google oder Meta setzen.

Wann LinkedIn Ads?
Ausschließlich für B2B, wenn Entscheidungsträger mit Jobtitel, Branche oder Unternehmensgröße gezielt angesprochen werden sollen. Der hohe CPC rechtfertigt sich nur, wenn der Kundenwert entsprechend hoch ist.

Wie du dein Budget auf die Plattformen aufteilst

Es gibt keine universelle Formel, aber eine sinnvolle Grundstruktur für Einsteiger: Testen vor Skalieren. Starte mit einer Plattform, sammle Daten über 4–8 Wochen, bewerte die Ergebnisse und erweitere erst dann.

Budget nach Funnel-Phase aufteilen:
Awareness (neue Zielgruppen ansprechen): Meta oder LinkedIn
Consideration (Interest, Klicks, Leads): Google oder Meta
Retargeting (Website-Besucher erneut ansprechen): Meta, günstig und effektiv

Faustregel für den Start: 70 % des Budgets auf die Plattform mit dem direktesten Bezug zu deiner Zielgruppe, 30 % auf Testing oder Retargeting.

Häufige Fragen zur Budgetplanung (FAQ)

1. Wie viel Budget brauche ich mindestens, um Ads auszuprobieren?
Für einen aussagekräftigen Test auf Google oder Meta solltest du mindestens 300–500 Euro für einen Zeitraum von 4 Wochen einplanen. Darunter bekommst du kaum belastbare Daten.

2. Soll ich mein Budget gleichmäßig auf alle Plattformen verteilen?
Nein. Starte mit einer Plattform, optimiere dort und erweitere erst, wenn die erste Kampagne profitabel ist.

3. Muss ich ein hohes Budget haben, um gegen große Mitbewerber anzukommen?
Nicht unbedingt. Gezieltes Targeting auf spezifische Keywords oder eng definierte Zielgruppen kann auch mit kleinem Budget effektiv sein, besonders im lokalen B2B-Bereich.

4. Wann lohnen sich LinkedIn Ads für kleine Unternehmen?
Nur wenn der durchschnittliche Auftragswert hoch genug ist. Bei Dienstleistungen unter 1.000 Euro Auftragswert sind die CPLs auf LinkedIn kaum rentabel.

5. Was ist, wenn meine Kampagne nach 4 Wochen keine Ergebnisse zeigt?
Zuerst prüfen: Liegt es an der Anzeige, Zielgruppe oder Landingpage? Mehr Budget löst das Problem nicht, hier muss optimiert werden oder die Plattform gewechselt.

Fazit

Dein Ads Budget ist kein fester Betrag, den du einmal festlegst und vergisst. Es ist eine Variable, die sich an deinen Zielen, deinem Kundenwert und den Ergebnissen deiner Kampagnen orientiert. Starte klein, messe konsequent und skaliere nur, was funktioniert.